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Einlösung von Xetra-Gold-Inhaberschuldverschreibungen sind keine privaten Veräußerungsgeschäfte

Xetra-Gold-Inhaberschuldverschreibungen sind nennwertlose börsenfähige Wertpapiere mit unbefristeter Laufzeit, die dem Inhaber das Recht geben, die Schuldverschreibung entweder bei der Hausbank gegen ein Gramm Gold einzulösen oder sie an der Börse weiter zu veräußern.

Streitfall: Ein zusammen veranlagtes Ehepaar kaufte 2011 Xetra-Inhaberschuldverschreibungen und ließ sich innerhalb der Jahresfrist des § 23 Abs. 1 Nr. 2 EStG das Gold anliefern. Anschließend wurde es im Depot der Hausbank verwahrt und nicht weiter veräußert.

Das zuständige FA behandelte die Differenz zwischen den Anschaffungskosten und dem Wert des gelieferten Golds zunächst als Einkünfte aus Kapitalvermögen und später – aufgrund eines BFH-Urteils aus 2015 – als privates Veräußerungsgeschäft. Da die Eheleute aber nur ihr Recht auf Aushändigung des Goldes in Anspruch genommen haben, legten sie nach dem erfolglosen Einspruchsverfahren Klage ein.

Entscheidung: Das FG Schleswig-Holstein gab den Klägern recht. Es wurde weder das physische Gold noch die Rechte an den Inhaberschuldverschreibungen veräußert, sondern lediglich der Sachlieferungsanspruch gemäß Emissionsbedingungen erfüllt. Nur bei Veräußerung des Goldes oder der Inhaberschuldverschreibung innerhalb der einjährigen Spekulationsfrist kann von einem Veräußerungsgeschäft ausgegangen werden, ansonsten trägt der Inhaber das Risiko des fallenden Goldpreises selbst. Die eingelegte Revision des FA vor dem BFH wurde nach kurzer Bearbeitungszeit als unbegründet abgewiesen und bestätigte das Urteil des FG Schleswig-Holstein.

Hinweis: Wird jedoch der bestehende Sachlieferungsanspruch in Form von Goldunzen durch einen anderen Sachlieferungsanspruch z.B. Goldmünzen ersetzt, ist nach der BFH-Rechtsprechung aus dem Jahr 2012 von einem privaten Veräußerungsgeschäft auszugehen.